Frasdorf feiert Einweihung des Lehrbienenstands und die Wanderwege zur Ortsgeschichte

Feierlich eröffnet wurde der von den Gemeinden Frasdorf und Aschau mit Mitteln aus dem Leader-Topf errichtete Lehrbienenstand mit Vereinsraum, der künftig vom Imkerverein Aschau-Frasdorf und dem Gartenbauverein Frasdorf gemeinsam genutzt wird. „Ich freue mich darauf, wenn sich dieses Gebäude künftig mit Leben füllt und viele Angebote stattfinden können. Mit dem neuen Lehrbienenstand wurden Räumlichkeiten und eine Ausstattung geschaffen, die es dem Imkerverein und dem Gartenbauverein ermöglichen, ihre verschiedenen Angebote an Mitglieder und Interessierte umzusetzen, Angebote, die für die Bedeutung unserer heimischen Natur- und Kulturlandschaft sensibilisieren sollen“, eröffnete Frasdorfs Bürgermeister Daniel Mair die Feier zur Einweihung des neuen Gebäudes an der Aschauer Straße. „Hier können künftig Kurse für Jungimker oder Kurse und Beratungen zur Bepflanzung der Gärten mit heimischen und artgerechten Pflanzen abgehalten werden. Das Angebot beider Vereine reicht bis hin zu Vorträgen und Angeboten für Kinder, in denen die Bedeutung von Bienen, Pflanzen, Imkerei, Natur- und Kulturlandschaft thematisiert werden soll“. Pfarrer Paul Janßen gab dem Gebäude und allen, die es künftig nutzen werden, den Segen der Kirche.

Pfarrer Paul Janßen gab dem neuen Lehrbienenstand und allen, die das Gebäude künftig nutzen werden, den Segen der Kirche. Foto: Heinrich Rehberg

Der Lehrbienenstand wurde zwischen den Orten Frasdorf und Aschau auf einem Gelände nahe der Staatsstraße 2093 errichtet. Das Grundstück grenzt an einen Parkplatz an und liegt am Aschau und Frasdorf verbindenden Radweg. Auf dem Gelände wurde in einfacher Holzbauweise ein Lehrbienenstand mit Honigraum und einem Vereinsraum errichtet. Das Dach ist begrünt. Bei schönem Wetter können die Schiebetüren des Vereinsraums zu einer davorliegenden Terrassenfläche geöffnet werden. Ein kleines Nebengebäude verdeckt eine bestehende Deponieentlüftung und dient als Geräteschuppen. Über das Gelände führt ein behindertengerechter Zuweg in den Lehrbienenstand. Das Außengelände selbst ist durch die beiden Vereine bienen- und insektenfreundlich bepflanzt worden.

Der neue Lehrbienenstand, eine luftige Holzkonstruktion. Die beiden Bürgermeister von Frasdorf Daniel Mair (am ersten Tisch links) und Aschau Simon Frank (mit dunkler Sonnenbrille) informierten sich über das neue Gebäude an der Straße nach Aschau. Foto: Heinrich Rehberg

Neben dem Lehrbienenstand wurden auch die in der Gemeinde Frasdorf neu ausgeschilderten Wanderrouten der Öffentlichkeit präsentiert. Auf verschiedenen Strecken können Einheimische und Besucher sich über die Historie und interessante Geschichten zu Häusern, Orten und dem früheren Leben in und um Frasdorf informieren. Bürgermeister Mair dankte hier besonders Rupert Wörndl für sein großes Engagement rund um die Vermittlung der Ortsgeschichte und in diesem Projekt.

Der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Rosenheim, Dr. Georg Kasberger, der Vorsitzende der Leaderregion Chiemgauer Seenplatte Sepp Reithmeier, die Bayerische Honigprinzessin Alexandra Krumbacher und die beiden Manager und Geschäftsführer der Leadergruppe Chiemgauer Seenplatte, Christian Fechter und der Leadergruppe Chiemgauer Alpen, Kolja Zimmermann, überzeugten sich davon, dass die Leader-Zuschüsse bei diesen Projekten gut eingesetzt wurden. Der stellvertretende Vorsitzende des Imkervereins, Christian Voggenauer, war der Motor des Bauvorhabens. Der Frasdorfer Architekt Fritz Wüstinger entwarf das neue Gebäude, die Zimmerei Wagner baute die Holz- und Glaskonstruktion auf, stets unterstützt durch die Bauabteilung und den Bauhof der Gemeinde Frasdorf.

Zusammenarbeit, Engagement und gegenseitige Unterstützung haben die Planungs- und Bauphase geprägt und werden auch künftig im Lehrbienenstand groß geschrieben – dieser wird vom Imkerverein Frasdorf-Aschau und dem Gartenbauverein Frasdorf gemeinsam genutzt. Foto: Imkerverein Frasdorf Aschau

Die Gesamtkosten für das Vorhaben betragen rund 161.000 Euro. Da es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen zwei benachbarten Leaderregionen handelte, betrug der Fördersatz 60 Prozent der Nettokosten; rund 81.000 Euro erhielten die beiden Gemeinden Aschau und Frasdorf durch das Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten als Zuschuss. Nach dem Abzug der Förderung, sowie der Eigenbeteiligung der Vereine und Spenden, verbleiben Kosten in Höhe von 64.000 Euro, die jeweils zur Hälfte durch die Gemeinden Frasdorf und Aschau getragen werden.

Der Imkerverein Frasdorf-Aschau und der Gartenbauverein Frasdorf hatten für ihre Vereinszwecke bis dato kein eigenes Vereinsgelände oder eigene Räumlichkeiten zur Verfügung. Beide Vereine führten ihre Aktivitäten auf Privatgrundstücken durch und mussten für Versammlungen und Vorträge von Fall zu Fall Lokalitäten suchen. Der Lehrbienenstand und der zugehörige Außenbereich, die Lage nahe der Ebnater Achen und die angrenzende landwirtschaftliche Fläche mit Blühstreifen bieten beiden Vereinen nun optimale Möglichkeiten, um über die Imkerei, (Wild)Bienen und andere Insekten, insektenfreundliche Bepflanzung, Pflege und Erhalt von Bäumen, die Wechselbeziehungen zwischen Insekten und Pflanzen und andere Themen zu informieren. Es sind Kurse und Veranstaltungen für Vereinsmitglieder, Imker und Jungimker, die interessierte Bevölkerung und Besucher geplant. Besuche von Schulklassen, Kindergartengruppen und Angebote im Ferienprogramm liegen den Vereinen besonders am Herzen.

Mit dem Bau und dem umliegenden Grünbereich sowie der zugehörigen Ausstattung schaffen die Gemeinden Aschau und Frasdorf ideale Voraussetzungen, um das Vereinsleben aktiv zu halten und mit attraktiven Angeboten und Veranstaltungen rund um die Imkerei und den Gartenbau das Freizeitangebot für Einheimische und Besucher zu bereichern. (Nach einem Artikel von Heinrich Rehberg)

Print Friendly, PDF & Email