Eröffnung des neuen Trachtenvereinsheims der GTEV Auerbergler Altenmarkt e.V. im ehemaligen Schulhaus

Seit 2018 ist der Trachtenverein „D’Auerbergler“ auf der Suche nach einer neuen, dauerhaften Unterkunft und fand diese nun im ersten Stock des Westflügels der Altenmarkter Schule. Mitte Oktober erhielten die umgebauten und eingerichteten Räumlichkeiten den kirchlichen Segen und wurden offiziell eröffnet.

„Wer hätte gedacht, als wir Mitte Januar mit den Bauarbeiten begonnen haben, dass wir an Kirchweih schon Einweihung feiern können“, freute sich der Trachtenvereinsvorsitzende Hubert Lachenwitzer. Sein ausdrücklicher Dank dafür richtete sich an die Gemeinde Altenmarkt und alle, die zum raschen und guten Gelingen beigetragen haben. Als der Verein vor drei Jahren mit einer ersten Anfrage an die Gemeinde herantrat, sei bald der von der Schule kaum noch genutzte Flügel des Schulhauses ins Gespräch gekommen.

Nachdem schnell klar war, dass die Räume im Untergeschoss für die Anforderungen der Trachtler zu niedrig sind, wurde die Planung für den ersten Stock in Angriff genommen. Neben der generellen Bereitschaft des Gemeinderats zum Umbau war noch die Finanzierung zu klären. Ein Antrag auf einen Zuschuss bei LEADER wurde gestellt. Als der Bescheid dazu im Herbst 2020 eingegangen war, stand der Maßnahme nichts mehr im Weg und Anfang dieses Jahres konnte es losgehen. 60 Personen waren in all den Monaten regelmäßig an der Baustelle und leisteten insgesamt rund 2.400 ehrenamtliche Stunden. „So etwas geht nur miteinander“, betonte Lachenwitzer. Mit dem neuen Vereinsheim hätten die „Auerbergler“ nun eine hervorragende Unterkunft für die nächsten Jahrzehnte und Sicherheit für den Fortbestand des Vereins.

Planer Herbert Purzeller erklärte, dass die Gemeinde mit dieser neuen Nutzung der ehemaligen Klassenräume „neues Leben in ein bestehendes Gebäude“ bringe. „Das ist ein Vorzeigemodell für nicht mehr genutzte Schulräume.“ Damit werde auch die Jugendarbeit des Vereins gestärkt. Im ersten Stock des Westflügels, wo im Erdgeschoss schon das Heimatmuseum untergebracht ist, wurde die Trennwand zwischen Klassenzimmern und Gang entfernt und es entstand ein großer, vielseitig nutzbarer Saal mit Bühne, anschließender Küche sowie einem Besprechungs- und Lagerraum. 28 Gewerke waren am Bau beteiligt, davon zehn Firmen aus Altenmarkt, zwölf aus dem Landkreis Traunstein und die restlichen aus den umliegenden Landkreisen, wie Bürgermeister Bierschneider ausführte.

Koordinator Johann Kölbl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Rosenheim, das die LEADER-Zuschüsse behandelt, sieht in dem Projekt die Ziele von LEADER bestens erfüllt. Dazu gehöre unter anderem „die Schöpfung von Lebensqualität im ländlichen Raum“. Ein regionales Netzwerk schaffen, kulturelles Erbe erhalten, eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für die Jugend bieten und generationenübergreifend arbeiten seien förderfähige Ansätze, die hier bestens umgesetzt werden. Zu den rund 600 000 Euro, die die Baumaßnahme gekostet hat, gab LEADER einen Zuschuss in Höhe von 197 000 Euro. Wie Bürgermeister Stephan Bierschneider betonte, ist dies nicht der erste Zuschuss dieser Art, es gebe im Gemeindegebiet von Altenmarkt bereits mehrere LEADER geförderte Projekte.

Auch Sepp Reithmeier, Vorsitzender der hiesigen LEADER-Region Chiemgauer-Seenplatte, lobte das neu entstandene Trachtenvereinsheim: „Hier ist etwas Wunderbares entstanden und es freut mich, dass wir helfen konnten.“ Genau für solche Projekte, für die es keine andere Fördermöglichkeit gibt, sei LEADER da.

Sie schnitten das Band zur offiziellen Eröffnung des neuen Trachtenvereinsheimes durch (von links) Bürgermeister Stephan Bierschneider, Vorsitzender Hubert Lachenwitzer, Planer Herbert Purzeller, Sepp Reithmeier von der LEADER-Region Chiemgauer-Seenplatte und Johann Kölbl vom zuständigen AELF Rosenheim. (Foto: Pia Mix)

In kurzen Grußworten gratulierten auch der Vorsitzende des Gauverbands I Michael Hauser und Vertreter der Patenvereine aus Nußdorf, Traunwalchen und Albertaich den „Auerberglern“ zur neuen Unterkunft. Michael Hauser hob hervor: „In Altenmarkt, da passiert was. Das ist ein Verein, der die Trachtensache pflegt und Vorbildfunktion hat.“ Dafür sei aber auch ein geeigneter Raum notwendig als wichtige Basis für die Vereinsarbeit.

Nach den Ansprachen erteilten der katholische Pater Sebastian Paredom und der evangelische Pfarrer Wolfram Hoffmann den Räumen und allen Menschen darin den kirchlichen Segen. Im Anschluss hatten die geladenen Gäste der Feier Gelegenheit, die sehr geschmackvoll eingerichteten Räume zu besichtigen, und sparten dabei nicht mit Lob. Nebenher liefen Bilder von den Renovierungsarbeiten, die zeigten, wie viel Arbeit bis zur Eröffnung notwendig war. Am Sonntagnachmittag fand dann im Rahmen des verkaufsoffenen Sonntags das Kirchweih-Kaffee des Trachtenvereins in der Schulaula statt und auch an diesem Tag hatten die Besucher die Möglichkeit zur Besichtigung der neu gestalteten Räume. (Text: Pia Mix)

Im Rahmen der Eröffnungsfeier konnten die Besucher die neuen Räume besichtigen. (Fotos: Pia Mix)

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