Regionales Entwicklungskonzept (REK)der Leader-Aktionsgruppe
Chiemgauer-Seenplatte
Nachfolgend ist die Kurzfassung des Regionalen Entwicklungskonzepts der
LAG Chiemgauer-Seenplatte mit Stand vom Juli 2007 dokumentiert.
1. Situation und Abgrenzung des Gebietes
Die bisherige LAG
Chiemgauer-Seenplatte erstreckt sich über die beiden Landkreise Rosenheim und Traunstein in Oberbayern
und umfasst sieben Gemeinden mit zusammen rund 25.000 Einwohnern. Die LAG Chiemgauer-Seenplatte hat
sich neu konstituiert und sich auf 16 Gemeinden mit zusammen rund 67.000 Einwohnern erweitert.
Der ländlich geprägte Raum zwischen den
Zentren Rosenheim/Wasserburg a.Inn, Trostberg/Traunreut und Traunstein bildet eine geographisch,
wirtschaftlich, sozial und darüber hinaus auch kulturell homogene Gesamtheit. Das kohärente Gebiet der
Lokalen Aktionsgruppe Chiemgauer-Seenplatte ist ausreichend groß und – bei aller ermittelten
Strukturschwäche – finanziell in der Lage und auch willens, die gemeinsam erarbeitete Entwick-lungsstrategie
umzusetzen.
Das Gebiet der erweiterten LAG Chiemgauer-Seenplatte erfüllt die vorgegebenen
formalen Kriterien. Im Gebiet der LAG Chiemgauer-Seenplatte existiert keine Integrierte ländliche Entwicklung.
Es ist weder für das Gesamtareal noch für einen Ausschnitt ein ILEK in Ausarbeitung oder vorgesehen.
2. Ausgangslage der LAG Chiemgauer-Seenplatte
Die Lokale Aktionsgruppe an der westlichen Eingangspforte zum Chiemgau hat bewusst den
Namen „Chiemgauer-Seenplatte“ gewählt: der einzigartige Naturraum ist das prägende und verbindende Motiv
und ist Gegenstand für zahlreiche Projekte und Maßnahmen. Im LAG-Gebiet finden sich umfangreiche
Schutzgebiete unterschiedlicher Kategorien. Von besonderer Bedeutung ist die „Eggstätt-Hemhofer
Seenplatte“ als ältestes Naturschutzgebiet in Bayern im Biotopverbund mit der „Seeoner Seenplatte“.
In den 16 Gemeinden der LAG lebten 2006 auf einer Fläche von 509 Quadratkilometern rund 67.000
Menschen. Das entspricht einer Dichte von 101 Einwohnern pro Quadratkilometer. Das Einwohnerwachstum
im LAG-Gebiet gründet sich auf einem deutlich ausgeprägten Wanderungsgewinn. Die Altersstruktur der
Bevölkerung weicht etwas von dem bayerischen Landesdurchschnitt ab. Sie ist im Gebiet der LAG etwas älter
als im restlichen Freistaat.
Die meisten verfügbaren Merkmale zur Erwerbstätigkeit deuten darauf hin,
dass es sich bei der Chiemgauer-Seenplatte um einen Schwächeraum mit einem deutlichen Mangel an
Arbeitsplätzen innerhalb des Gebiets handelt. Wirtschaftlich und sozial bedenklich ist die Situation insofern,
als dass einer überproportionalen Betriebsaufgabe in der Landwirtschaft ein unterdurchschnittliches
außerlandwirtschaftliches Arbeitsplatzangebot gegenübersteht. Der Themenkomplex Tourismus und Erholung
ist von erheblicher Bedeutung für die Region.
Abschließend kann festgehalten werden, dass das Gebiet der LAG Chiemgauer-Seenplatte einen
vielgestaltigen, interessanten und mit wertvollen Schutzgebieten ausgestatteten Raum umfasst, der von einer
spürbar wachsenden Bevölkerung als Wohnstandort mit hohen Umweltqualitäten geschätzt wird. Gleichzeitig
erweist sich das Gebiet bei vielen Indikatoren als strukturschwache Ergänzungszone zwischen den
prosperierenden Zentren Rosenheim/Wasserburg a.Inn, Trostberg/Traunreut und
Traunstein.
Vorhandene Planungen und Konzepte wurden bei der Erstellung des REKs
berücksichtigt. Tatsächlich bildet die LEADER-Initiative mit ihrem Regionalen Entwicklungskonzept
gegenwärtig die einzige gemeindeübergreifende Orientierungshilfe und gemeinsame Handlungsplattform in der
Chiemgauer-Seenplatte..
3. Stärken-Schwächen-Analyse
Die in den Arbeitskreisen formulierten Stärken und Schwächen konzentrieren sich bewusst
auf jene Bereiche, die unmittelbar im Gestaltungsbereich der Menschen in der Chiemgauer-Seenplatte liegen
und die mit Hilfe von Leader fortentwickelt und aufgewertet werden können: – Natur und Landschaft –
Bevölkerung und Gesellschaft – Gewerbliche Wirtschaft und Landwirtschaft – Tourismus und
Erholung
Die LAG Chiemgauer-Seenplatte sieht einen speziellen Handlungsbedarf in fünf großen
Themen- und Handlungsfeldern, in denen Leader in ELER auch erfolgreich wirken kann: a) Aufwertung
der ökologischen Situation insbesondere bei den kleinen Fließgewässer (III. Ordnung) in Verbindung mit einer
Verbesserung des Hochwasserschutzes; Beiträge zur Erhaltung des naturnahen Landschaftsbildes b)
Bewahrung und Stärkung der Dorfgemeinschaft, Unterstützung einer nachhaltigen Dorfentwicklung und einer
lebendigen, bodenständigen Kultur c) Weitere Qualifizierung und Optimierung der touristischen
Basisinfrastruktur d) Schaffung von Zusatzeinkommen für Landwirte, damit diese in ihrer persönlichen
Existenz gesichert werden und für die Öffentlichkeit als Landschaftspfleger erhalten bleiben e) Neue
Angebote für Kinder und Jugendliche, die über die pflichtmäßigen Betreuungsaufgaben der öffentlichen Hand
hinausgehen.
4. Die formale Struktur der Lokalen
Aktionsgruppe
Als Träger, insbesondere auch Finanzier, wurde von den sieben
„Alt-Gemeinden“ die „kommunale Arbeitsgemeinschaft Chiemgauer-Seenplatte“ formell am 26. Februar 2002
gegründet. Die Vergrößerung der LAG Chiemgauer-Seenplatte von sieben auf nunmehr 16 Gemeinden machte
eine Modifizierung des Vertrages über die kommunale Arbeitsgemeinschaft und der Geschäftsordnung
notwendig.
Kern der Lokalen Aktionsgruppe Chiemgauer-Seenplatte ist die im Jahre 2002 gegründete
kommunale Arbeitsgemeinschaft gemäß Art. 4 des Gesetzes über die kommunale Zusammenarbeit
(KommZG). Die LAG Chiemgauer-Seenplatte besitzt eine klar gegliederte hierarchische Organisationsform, die
eine breite Mitwirkung der Bevölkerung wie auch eine transparente und effiziente Arbeit ermöglicht. Struktur,
Aufgaben, Kompetenzen und Verfahrensfragen werden in einer detaillierten, inzwischen optimierten
Geschäftsordnung (Satzung) geregelt. Diese bewährte Struktur soll auch für die Zukunft beibehalten werden:
– Basis: Arbeitsgemeinschaft der Mitgliedsgemeinden – Beratungsebene:
Arbeitskreise – Entscheidungsebene: LAG-Vollversammlung – Vollzugsebene: LAG-Vorstand
Die Mitgliedsgemeinden der LAG Chiemgauer-Seenplatte haben bereits im Jahre 2006 beschlossen,
die LAG weiterzuführen und die Mittel für ein LAG-Management bereit zu stellen.
Die Bevölkerung ist in das Verfahren durch die
offenen Arbeitskreise und ihre legitimierte Vertretung in der LAG-Vollversammlung voll in das
LEADER-Geschehen eingebunden. Der Bottom-up-Ansatz wird real gelebt und auch so empfunden. Im
Entscheidungsorgan der LAG, der Vollversammlung, haben nicht die Funktionäre, sondern die Bürger die
Mehrheit. In den Arbeitskreisen wie auch in der LAG-Vollversammlung sind die Frauen und die Vertreter der
Land- und Forstwirtschaft mit rund einem Viertel der Mitglieder angemessen vertreten.
5. Leitbilder und Zielvorstellungen
Das Leitbild für die Lokale
Aktionsgruppe Chiemgauer-Seenplatte formuliert eine übergeordnete, längerfristige Entwicklungsperspektive
für ein Gebiet, das vor allem durch einen einzigartigen Kulturraum geprägt ist und wirtschaftlich gesehen im
Windschatten einer stärkeren Dynamik liegt. Das Leitbild zielt darauf ab, die unverwechselbare Eigenart der
Heimat zu erhalten, sie nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit und im Bestreben nach Einklang von Natur,
Kultur, sozialen Belangen und der Wirtschaft behutsam weiterzuentwickeln.
Das Leitbild ist nach vier
Hauptgruppen gegliedert und setzt sich aus zahlreichen Zielformulierungen zusammen. Es ist in ausführlichen
Diskussionen in den drei Arbeitskreisen entstanden und stellt mit seiner Wahl der Hauptthemen und den
Einzelaussagen eine individuelle Äußerung der Region dar. Es formuliert Ziele zur Entwicklung von –
Landschaft und Natur – Bevölkerung, Sozialwesen und Kultur – Landwirtschaft und Wirtschaft
allgemein – Tourismus und Naherholung.
Das Leitbild und die Ziele im vorliegenden REK der
Chiemgauer-Seenplatte orientieren sich an der vorhandenen Struktur, den formellen Förderbedingungen, an der
Leistungsfähigkeit der LAG und ihren eigenen Spielregeln. Trotz einer Reduzierung der Themen und der
Konzentration auf wesentliche Anliegen blieb der integrierte, sektorübergreifende Ansatz erhalten. Die
bisherige Vernetzung innerhalb der LAG wird in der kommenden Phase auf überregionale und transnationale
Zusammenarbeit übertragen. Die Ziele und damit auch das Leitbild fallen aktuell „schlanker“ aus. Sie
konzentrieren sich stärker auf die Möglichkeiten, die die Förderkulisse Leader in ELER samt den integrierten
Hauptfördermaßnahmen bietet.
Insbesondere auch der übergemeindliche Gedanken- und
Erfahrungsaustausch hat wesentlich dazu beigetragen, die Zukunft des Dorfes und der dörflichen
Sozialgemeinschaft in den Vordergrund zu stellen. Die Diskussion um die Zukunft des Dorfes und damit die
Gestaltung des unmittelbaren Lebensumfelds wurde sehr engagiert vor allem von Frauen geführt.
6. Entwicklungsstrategien und Handlungsfelder
Die Lokale Aktionsgruppe
Chiemgauer-Seenplatte verfolgt als übergeordnete Entwicklungsstrategie, mit möglichst vielen kleinen
Maßnahmen die einzigartige naturnahe Umwelt zu erhalten und die Region gleichzeitig wirtschaftlich zu
stärken. Insbesondere die ökonomischen Disparitäten im Verhältnis zu den Nachbarräumen sollen abgebaut
werden. Zudem gilt es, die typische Kulturlandschaft im naturnahen Alpenvorland für nachfolgende
Generationen zu bewahren. Mit der Schaffung einer eigenen Identität und der Optimierung der „weichen“
Standortfaktoren soll mittel- und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Gebiets erhöht werden. Ein
besonderes Anliegen ist der Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft.
Um diese Oberziele zu erreichen
und die Strategien konkret in die Umsetzung zu bringen, sollen nachfolgende Handlungsprinzipien angewandt
werden: • Bottom-up-Prinzip fortführen • Partnerschaftliches Verhalten ausbauen •
Integriertes Vorgehen stärken • Regionale Identität betonen • Mut zu Innovationen
unterstützen • Privatinitiative ermuntern • Vernetzung festigen und Kooperationen ausbauen •
Frauen und Jugendliche weiterhin aktiv einbinden
Nach der ausführlichen Diskussion der
Stärken/Schwächen, der Entwicklungsziele und -strategien sowie der einzelnen Projekte wurden für die LAG
Chiemgauer-Seenplatte folgende fünf Handlungsfelder definiert, in denen mit Hilfe von Leader in ELER der
ländliche Raum vorrangig fortentwickelt werden soll:
A. Sicherung der landschaftlichen Qualitäten in
der Chiemgauer-Seenplatte B. Bewahrung der Dorfgemeinschaft und der dörflichen Kultur C.
Optimierung der touristischen Basisinfrastruktur D. Zusatzeinkommen durch Dienstleistungen für Land-
und Forstwirte E. Innovative Angebote für Kinder und Jugendliche
Die überregionalen und
transnationalen Kooperationsprojekte sind thematisch den Handlungsfeldern zugeordnet. Die Gemeinden der
LAG als finanzielle Träger haben beschlossen, das LAG-Management im Sinne der Leader-Maßgabe
„Nachhaltigkeit“ fortzuführen und die erforderlichen Mittel dafür verbindlich bereit zu stellen.
7. Umsetzung von Hauptmaßnahmen
Die
LAG Chiemgauer-Seenplatte hat sich im Rahmen der Erarbeitung des REKs intensiv mit möglichen
Hauptmaßnahmen auseinandergesetzt. Wie dargestellt wird, führen unterschiedliche Rahmenbedingungen
auch zu differenzierten Nutzungsmöglichkeiten bei Hauptmaßnahmen.
Mit vorläufig 10 Projekten aus
Hauptmaßnahmen sind diese der Investitionssumme nach mit 15 Prozent am Investitionsvolumen in der LAG
Chiemgauer-Seenplatte beteiligt. Es ist davon auszugehen, dass der Anteil noch erhöht werden kann.
Der Grund für die geringe Beteiligung der LAG an Hauptmaßnahmen der Dorferneuerung und
Flurneuordnung ist einfach zu erklären: Es gibt im LAG-Gebiet nahezu keine Verfahren. In der LAG
Chiemgauer-Seenplatte nehmen sieben Projektträger das Angebot wahr, durch Diversifizierung im land- und
forstwirtschaftlichen Betrieb die Marktposition zu verbessern. Da im LAG-Gebiet kein Naturpark existiert oder
in Planung ist, kann die Natur-parkrichtlinie auch nicht angewandt werden. Von den Fachbehörden wurde die
Idee unterstützt, in der Chiemgauer-Seenplatte ein Gemeinschaftsprojekt unter dem Titel „Die
Chiemgauer-Seenplatte blüht auf“ als Maßnahme im Rahmen der Landschaftspflegerichtlinie zu
realisieren.
Mit den entsprechenden Verwaltungen wurden Fachstellentermine abgehalten und dabei
die EU-Initiative Leader in ELER, das REK der LAG Chiemgauer-Seenplatte und die Projekte hinsichtlich der
Zuständigkeit von Hauptförderungen erörtert und abgestimmt.
8. Umweltschutz und Nachhaltigkeit
Bereits im Entwicklungsleitbild wurde deutlich,
dass dem Umweltschutz ein hoher Stellenwert eingeräumt wird. Es belegt, dass das Streben nach
Verbesserung der ökologischen Umfeldbedingungen und der ökonomischen Lebensgrundlagen stets im
Einklang mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit erfolgt. Alle formulierten Projekte wurden auf diese Vorgabe hin
geprüft, ob sie unter ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten verträglich sind. Die LAG
Chiemgauer-Seenplatte geht abschließend davon aus, daß alle eingereichten Projekte dem Umweltschutz und
Grundsatz der Nachhaltigkeit entsprechen, die allermeisten diesen aktiv unterstützen.
Die LAG
Chiemgauer-Seenplatte hat ihr REK so formuliert, dass die Ziele und Umsetzungsmaßnahmen vorhandene
umweltrelevante Planungen berücksichtigen und vor allem mit dem europäischen Netzwerk Natura 2000
vereinbar sind. Die Entwicklungsstrategie berücksichtigt die erhöhten Anforderungen an die Umweltintegration
bzw. die Beachtung des Prinzips der nachhaltigen Entwicklung.
9. Geplante Zusammenarbeit zwischen ländlichen Gebieten
Die LAG
Chiemgauer-Seenplatte konnte in der Phase LEADER+ keine Kooperationsprojekte realisieren. Die LAG
Chiemgauer-Seenplatte beabsichtigt, in der kommenden Phase von Leader in ELER mehrere überregionale
und transnationale Kooperationsprojekte umzusetzen.
Die Zusammenarbeit der LAG
Chiemgauer-Seenplatte konzentriert sich vor allem auf die Nachbar-LAG Inntal-Mangfalltal, die auch in ihrer
Gründungsphase und der Formulierung des REKs tatkräftig unterstützt wird, sowie auf Partner in Österreich.
Die LAG Chiemgauer-Seenplatte geht davon aus, dass in der Umsetzungsphase die Zusammenarbeit auch
mit anderen LAGs aufgenommen werden kann.
Die geplante Entwicklungsstrategie fördert und
unterstützt die gebietsübergreifende und transnationale Zusammenarbeit zwischen LAGs. Die
Zusammenarbeit beinhaltet die Durchführung von gemeinsamen Aktionen und wird von einer der beteiligten
LAGs koordiniert. Die geplante Entwicklungsstrategie trägt auch im Bereich der Zusammenarbeit zu einer
ökologisch, ökonomisch und soziostrukturell nachhaltigen Entwicklung des Gebiets bei.
10. Projektplanungsübersicht und Projektauswahlkriterien
Die
LAG Chiemgauer-Seenplatte hat in einem intensiven Erarbeitungs- und Diskussionsprozess mehr als 70
konkrete Projekte entwickelt, die mit Hilfe von Leader in ELER umgesetzt werden sollen.
Projektübersicht
Handlungsfelder nach (Zahl der Projekte/Gesamtkosten in €) A.
Sicherung der landschaftlichen Qualitäten (11/992.000) B. Bewahrung der Dorfgemeinschaft und der
dörflichen Kultur (21/ 1.779.000) C. Optimierung der touristischen Basis-Infrastruktur
(24/2.394.500) D. Zusatzeinkommen für Land- und Forstwirte (8/819.000) E. Innovative Angebote für
Kinder und Jugendliche (7/418.000) F. LAG-Management (1/230.000) Gesamt
(72/6.632.500) davon Zusammenarbeitsprojekte (10/128.000) Hauptmaßnahmen
(10/1.034.000)
Aus der Erfahrung der laufenden Periode heraus, dass die LAG selbst das
ursprünglich begrenzte Budget nicht ausschöpfen konnte, wurden diesmal bewusst mehr Projekte eingestellt
um zeitnah auf Reserven zurückgreifen zu können.
Die LAG-Vollversammlung vom 24. Juli 2007 hat
einstimmig beschlossen, dass die in Anlage 2 dokumentierten Projekte der Gesamtzielsetzung des REKs,
den Rahmenbedingungen von Leader in ELER bzw. den Hauptmaßnahmen entsprechen, in das REK
aufgenommen und den fünf gewählten Handlungsfeldern zugeordnet werden. Die gelisteten Projekte tragen
nach Auffassung der LAG Chiemgauer-Seenplatte dazu bei, die formulierte Entwicklungsstrategie mit
konkreten Umsetzungsmaßnahmen auszufüllen und die Region ökologisch, ökonomisch und soziostrukturell
nachhaltig zu entwickeln.
Die speziellen regionalen Rahmenbedingungen der LAG machten es
notwendig, dass die LAG im Laufe der letzten Jahre über die „amtlichen“ Vorgaben hinaus eigene Spielregeln
im Umgang mit Projekten entwickelt und auch angewendet hat. Die wesentlichen Kriterien sind: –
Innerhalb der LAG wird eine gleichwertige Partnerschaft gelebt. – Die LAG Chiemgauer-Seenplatte
spricht sich im Sinne praktizierter Partnerschaft dafür aus, auch die Projekte gleichwertig zu behandeln. –
Die LAG strebt eine Entwicklung durch eine Vielzahl breit gestreuter Impulse an und nicht über wenige
„Großprojekte“. – Es werden vor allen solche Maßnahmen aufgenommen, die innerhalb der LAG einen
breiten Nutzen generieren. – Die Erarbeitung von reifen und konkreten Projekten erfolgt als kooperativer
Vorgang. – Es werden nur Projekte mit einer relativen Sicherheit der Bereitstellung von Eigenmitteln
aufgenommen. – Die Projekte sind bereits in einer frühen Phase mit den relevanten Fachstellen
abzustimmen.
In der LAG-Vollversammlung wurden nur mehr diejenigen Projekte zur
Beschlussfassung vorgelegt, die nach den vorstehenden Kriterien entwickelt, mit den Antragstellern
rückgekoppelt und in den Arbeitskreisen und im Vorstand vorbesprochen, somit abgestimmt waren. Eine
Kampfabstimmung über einzelne Projekte wurde damit überflüssig. Insgesamt hat die LAG
Chiemgauer-Seenplatte eine konsequentere Projektauswahl getroffen als vor Jahren im Rahmen von
LEADER+. Gleichwohl haben die strengere Aufnahmeprüfung mehr Projekte bestanden.
Sollte
entgegen den bisherigen Erfahrungen in der neuen Periode weniger Projekte in die Förderung kommen können
als vorgesehen, wird die LAG zeitnah und unter Berücksichtigung der auszuwählenden Projekte zusätzliche
Kriterien definieren.
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